HODENSCHMERZEN UND VERGRÖSSERUNG DES HODENS

Bei Veränderungen des Penis und der Hoden ist eine zeitnahe Vorstellung zum Ausschluss einer malignen Genese oder einer Infektion zwingend erforderlich!

 

Einige suspekte Veränderungen haben glücklicherweise auch gutartige Ursachen, können jedoch trotzdem Schmerzen und ein Fremdkörpergefühl verursachen.
Bei Hydrozelen handelt es sich um einen Wasserbruch, der zu Ansammlungen von Körperwasser im Hodensack und zu einer Schwellung führt. Bei Überschreiten einer gewissen Ausprägung kann es durch die Größe der Hydrozele zu mechanischen Beschwerden  kommen, die eine operative Sanierung erfordern.

 

Varikozelen sind Krampfadern des Hodensacks, die zu Beschwerden führen können und durch einen minimalinvasiven Eingriff behoben werden können.

 

Eine schmerzhafte Verkrümmung des Penisschaftes wird als Induratio penis plastica bezeichnet, ist durch die Entstehung von Narbengewebe bedingt und kann im Verlauf zu Schmerzen und Erektionsstörungen führen.  Ursächlich hierfür ist eine Erkrankung des Bindegewebes, durch sogenannte „Plaquebildung“.
Im symptomatischen Stadium erfolgt meist eine operative Therapie, bei der die Verkrümmung gelöst wird. In manchen Fällen ist als ultima ratio die Implantation einer Penispumpe indiziert, um eine erektile Dysfunktion zu  behandeln.

 

Als Ursache für schmerzhafte Veränderungen des Hodens bzw. des Nebenhodens kommen auch bakterielle Infektionen in Frage, die eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) oder/und eine Hodenentzündung (Orchitis) auslösen.  Gewöhnlich entwickelt sich die Schmerzsymptomatik langsam und geht mit einer Rötung und Schwellung des betroffenen Hodens einher. Die Diagnose erfolgt nach dem Ausschluss anderer Ursachen klinisch, laborchemisch und sonographisch. Die Behandlung erfolgt mittels antimikrobieller Therapie und konservativen Maßnahmen über einen Zeitraum von circa14 Tagen. 
Bei weiterer Progredienz unter der Therapie und Befundverschlechterung (laborchemisch und klinisch) erfolgt eine Klinikeinweisung zur intravenösen antimikrobiellen Therapie oder ggf. zur operativen Sanierung.