ERHÖHUNG DES PSA-WERTES

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Enzym, das im Körper ausschließlich von Prostatazellen produziert wird und innerhalb des Referenzbereiches bei gesunden Männern im Blut vorhanden ist. Eine Erhöhung des PSA-Wertes kann verschiedene Ursachen haben.

Im Laufe des „Älterwerdens“ des Mannes nimmt das Volumen der Prostata (gutartige Prostatavergrößerung) zu.

Zum einen kann dies zu einem mechanischen Abflusshindernis des Urins führen (siehe Überlaufblase, Link Inkontinenz) und zum anderen eine Erhöhung des PSA-Wertes verursachen. 

 

Auch bei Entzündungen der Prostata (Prostatitis) kann der PSA-Wert im Blut erhöht sein.

Zunächst wird eine Kontrollbestimmung des PSA-Werts nach einiger Zeit nach Abklingen der Entzündung durchgeführt.

 

Laborbestimmungen differenzieren verschiedene Unterformen des PSA-Wertes. Das prostataspezifische Antigen ist teilweise an Transportmoleküle gebunden; das Verhältnis von freiem PSA (ungebundene Form) zum Gesamt-PSA kann eine Aussage zur weiteren Evaluation zwischen gutartiger und bösartiger (Prostata-Karzinom) Genese getroffen werden.
 

Die aktuellen Behandlungsleitlinien beachten weniger den absoluten Schwellenwert, ab dem der PSA als erhöht gilt. Zunehmend werden weitere Faktoren einbezogen, wie Patientenalter und Prostatagröße (bestimmt durch den transrektalen Ultraschall; TRUS), die bei Volumenzunahme auch den PSA-Wert entsprechend erhöht. Somit kann bei einer vergrößerten Prostata ein konstant erhöhter PSA-Wert durchaus keinen Krankheitswert besitzen, jedoch bei jungen Patienten mit relativ kleinem Prostatavolumen einen signifikanten Hinweis auf das Vorliegen eines Prostatkarzinoms sein.

 

Wenn die Zusammenschau aller Faktoren einen erhöhten PSA-Wert als suspekt wertet, ist eine Probenentnahme der Prostata zur histopathologischen des Gewebes indiziert. Die Gewebeentnahme erfolgt mittels Stanzbiopsie unter rektaler Ultraschallführung (TRUS) mit verschiedenen Techniken. Aktuell steht bei suspekten tastbaren und sonographischen Befunden nach erfolgter negativer Stanzbiopsie oder auch initial die MRT-Fusionsbiopsie der Prostata als diagnostisches Mittel zur Verfügung. Hier erfolgt die strahlungsfreie bilgebende Diagnostik der Prostata mittels MRT, die bildmorphologisch suspekte Herde der Prostata abbildet. Während der eigentlichen Untersuchung, der Stanzbiopsie, wird das Bild der MRT-Untersuchung mit den gekennzeichneten suspekten Veränderungen aufeinander gelegt und die auffälligen Veränderungen können exakt biopsiert werden. Dadurch kann eine erhöhte Aussagekraft der Biopsien getroffen werden.
Die konventionelle Biopsie erfordert die Entnahme von 8-12 Biopsien, bei der MRT-Fusionsbiopsie noch zusätzliche Biopsien der bildmorphologisch suspekten Arealen unter antimikrobieller Abschirmung.
Eine histophatologische Beurteilung der Biopsien erfolgt durch renommierte Pathologen, der Erhalt des Ergebnisses erfordert circa 3-5 Werktage.
Das Ergebnis der Stanzbiopsien und die weitere Vorgehensweise besprechen wir gerne verantwortungsvoll in einem persönlichen Gespräch in unseren Praxisräumen und planen mit Ihnen individuell gegebenenfalls eine erforderliche weitere Therapie nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen.